Die Sprache spiegelt das Wissen unseres Körpers. Sie zeigt, dass körperliche Empfindungen wie Enge, Druck, Luftmangel oder Spannung eng mit seelischen Zuständen verbunden sind – und dass wir diese Zusammenhänge unbewusst ständig ausdrücken.
Viele Redewendungen sind sprachliche Verdichtungen psychophysiologischer Zusammenhänge.
Beispiele:
„Mir stockt der Atem“
– Schock, Angst oder Erschütterung führen zu einem körperlichen Innehalten. Der Atem bleibt sprichwörtlich stehen.
„Atemlose Stille“
– Spannung oder Ehrfurcht füllen den Raum, das Leben scheint für einen Moment innezuhalten.
„Einen langen Atem haben“
– Ausdauer, Geduld und seelische Kraft, etwas über längere Zeit durchzuhalten.
„Bis zum letzten Atemzug“
– Ausdruck von Hingabe, Lebenskraft bis zum Ende.
„Mir bleibt die Luft weg“
– Enge, Schock, Überforderung; das Leben (die Energie) kann nicht frei fließen.
„Atme erst mal durch“
– ein intuitiver Rat, bevor man wieder in die Handlung geht: zuerst zentrieren, erst dann reagieren.
