Atmen Sie noch – oder bleibt Ihnen manchmal die Luft weg?

Bei Stress reagiert unser Körper automatisch: Das Nervensystem schaltet in den „Kampf- oder Fluchtmodus“. Besonders deutlich zeigt sich das in unserer Atmung – vor allem bei Wut.

Unterdrückte Wut führt häufig zu einer flachen, gehemmten Atmung. Die Ausatmung wird verkürzt oder unbewusst angehalten. Dadurch bleibt der Körper in einem inneren Alarmzustand. Typische Folgen sind Spannungen im Brustraum, Zwerchfell, Bauch, Kiefer und Hals sowie ein Gefühl von Enge oder innerem Druck.

Offene Wut hingegen geht oft mit einer kraftvollen Ausatmung einher – der Körper entlädt Spannung nach außen.

Unser Organismus ist darauf ausgelegt, Emotionen wie Wut in Bewegung und Ausdruck zu bringen. Werden sie dauerhaft unterdrückt, wirkt sich das auch auf unsere Atmung und unser Wohlbefinden aus.

Der erste Schritt zur Veränderung ist Wahrnehmung: Wenn wir unseren Atem bewusst beobachten, kommen wir wieder in Kontakt mit uns selbst. Eine einfache Möglichkeit zur Beruhigung ist, die Ausatmung sanft zu verlängern. So kann sich das Nervensystem regulieren – und wir gewinnen wieder mehr innere Ruhe und Handlungsspielraum.